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SIZILIEN - AGRIGENT (Meteo)

 

Agrigent (italienisch: Agrigento) liegt an der Südküste Siziliens, 4 km vom Meer entfernt. Es wird vermutet, dass sich in dieser Gegend schon früh eine Ansiedlung der Sikaner befand, denen ein weit in den Fels geschlagenes Gängesysthem zugeschrieben wird. Ausserdem wurde eine vorgriechische Nekropole westlich der Stadt gefunden. Um das Jahr 582 v. Chr. gründeten Auswanderer aus Rhodos und Gela die Stadt Akragas, die später in der Römerzeit Agrigentum genannt wurde. Unter der Herrschaft des Tyrannen Theron entwickelte sich die Stadt zu einer der griechischen Perlen Siziliens. 406 v. Chr. wurde sie von den Karthagern nach achtmonatiger Belagerung erobert und fast völlig zerstört. Als die Araber 829 n. Chr. Agrigentum eroberten, befand sich an Stelle der antiken Stadt nur noch ein unbedeutendes Dorf auf dem nördlichen Hügel der antiken Siedlung, der ehemaligen Akropolis. Unter dem Namen Kerkent oder Gergent entstand dort eine bedeutende berberische Siedlung mit prächtigen Moscheen. 1087 n. Chr. eroberten die Normannen die Stadt; Roger II. errichtete hier ein Bistum. Ab dem 13. Jahrhundert herrschten verschiedene Adelsfamilien wie die der Chiaramonte oder Montaperto über die Stadt. Mit der Ausweisung der Araber durch Friedrich II. verlor sie wirtschaftlich an Bedeutung und wurde auch unter spanischer sowie bourbonischer Führung stark vernachlässigt. Erst der Einsatz Garibaldis im Jahre 1860 führte zu einer Befreiung und zum erneuten Aufschwung der Stadt.

Die Kathedrale San Gerlando wurde im 11. Jahrhundert auf der höchsten Stelle des Girgenti-Hügels errichtet. Der Dom wurde mehrmals umgebaut, unter anderem im 16. Und 17. Jahrhundert. Durch eine 1980 abgeschlossene Restaurierung wurde er weitgehend in den mittelalterlichen Zustand zurückversetzt. Die Kirche S. Maria dei Greci wurde um 1200 auf den Resten eines dorischen Tempels, vermutlich des Athenetempels, erbaut. Im Mittelalter war sie die Hauptkirche der griechisch-orthodoxen Christen Agrigents. Der Grundriss der Kirche hat die Form eines griechischen Kreuzes. An der Nordseite der Kirche sind Teile der ausgegrabenen Krepis und sechs dorische Säulenstümpfe des Athenetempels zu sehen. Die Zisterzienserkirche S. Spirito aus dem 13. Jahrhundert im spätgothischen Chiaramontestil birgt in ihrem Inneren Stuckarbeiten von Giacomo Serpotto. Die Kirche S. Lorenzo aus dem 17. Jahrhundert wird auch „Chiesa del Purgatorio" (Kirche des Fegefeuers) genannt und ist die bedeutendste Barockkirche Agrigents. Des weiteren sind sehenswert: die Kirche S. Domenico; „Porta Atenea", das Stadttor aus dem 19. Jahrhundert; Via Atenea, die Hauptstraße Agrigents; das Museum der Diözese, in welchem sich Freskenmalereien und Reliquienschreine aus der byzantinischen Zeit befinden. Etwa 2 km westlich der Altstadt befindet sich im Ortsteil Villaseta das Geburtshaus von Luigi Pirandello. Es wurde 1949 vom italienischen Staat zum Nationalen Denkmal erklärt.

Die Sehenswürdigkeit, die Agrigent weltberühmt macht, ist zweifelsohne das sogenannte "Tal der Tempel". Diese archäologischen Stätten befinden sich südlich der heutigen Altstadt und zeigen vor allem die Überreste von Akragas (lat. Agrigentum), eine der bedeutendsten antiken griechischen Städte auf Sizilien. Die teilweise noch sehr gut erhaltenen Tempel zeugen von der Größe, Macht und kulturellen Hochblüte der damaligen Stadt. Dort befindet sich auch das archäologische Museum, das Funde aus der Vor- und Frühgeschichte, sowie aus der Antike zeigt. Die Überreste der Tempel, vor allem des Concordiatempels, der zu den am besten erhaltenen Tempeln der griechischen Antike zählt, waren auch ein Grund dafür, dass die archäologischen Stätten von Agrigent ab der Mitte des 18. Jahrhunderts für viele an der antiken griechischen Kultur Interessierte zu einem festen Bestandteil einer Bildungsreise nach Süditalien wurden. Auch Johann Wolfgang von Goethe schildert in seinem Werk „Italienische Reise" seinen Besuch des Tals der Tempel. 1997 wurde das Tal der Tempel von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.

 

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