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Nach der Legende, welche durch ein spanisches Schriftstück eines unbekannten Autors unterstützt wird, das 1857 vom Domherrn Giovanni Spano veröffentlicht wurde, wurde die Ortschaft von Calmedia gegründet, der Tochter des legendären Sardus Pater. Die ersten konkreten Zeichen einer Ansiedlung stammen aus dem IX. Jahrhundert v. Chr., eine Epoche aus der die antikste phönizische Inschrift stammt, die je gefunden wurde. Die bedeutendsten archäologischen Zeugnisse bestehen aus Grabbeigaben und stammen aus der Römerzeit. Damals genoss die Stadt den Rang eines "municipium" und verfügte über einen Flusshafen, der am linken Ufer des Temo-Flusses lag, in der Ortschaft Messerchimbe, der Ort wo sich heute die antike Kathedrale des S.Pietro Extramuros befindet, ein herrliches Beispiel romanisch-lombardischer Architektur, das ab dem Jahre 1062 erbaut wurde. Ab dem VIII. Jahrhundert n.Chr. kam es regelmässig zu Überfällen der Araber, welche dazu führten, dass die Stadt nach und nach ausstarb bzw. verlassen wurde.
Erst nach dem Jahre 1000 n. Chr. erwachte der Ort wieder zum Leben. Am rechten Flussufer, an den Hängen von Serravalle entstand die neue Ansiedlung; anschliessend erbaute eine Adelsfamilie aus Lucca, die Marquis Malaspina dello Spino Secco, das Schloss. Die Stadt hat seitdem ihr charakteristisches Stadtbild erhalten; auch heute befindet sich das Ortszentrum noch zwischen dem Schloss und dem Flus. Der antikste Teil liegt auf dem Hang des Hügels; das historische Zentrum "Sa Costa" ist charakterisiert von engen, malerischen Gassen und pastellfarbenen Häusern. Da sie an einem Hang liegen, haben sie nur ein Stockwerk auf der hinteren Seite und zwei oder sogar drei an der Vorderseite. Zum Tal hin stehen die hohen, schmalen Wohnhäuser parallel zum Fluss. Der modernere Teil des Ortes erstreckt sich zum Meer hin, wo sich der Ortsteil Bosa Marina befindet, eine renomierter Badeort in der Nähe der Mündung des Temo-Flusses.
Ein Besuch des Ortes beginnt normalerweise, indem man die Bücke aus roter "Trachite" (eine Art sardischer Granit) überschreitet, von wo aus man "Sas Conzas" bewundern kann, mit seinen Bauwerken die jahrhundertelang als Gerbereien fungierten und seit 1989 archäologisches Monument sind. Gleich nach der Brücke befindet sich die die Kathedrale "dell'Immacolata", die im XIX. Jahrhundet in piemonteser Barock errichtet wurde. Bemerkenswert sind der Glockenturm aus Trachite und die charakteristischen kleinen Kuppeln; im Inneren befinden sich Fresken von Emilio Scherer, ein Künstler aus Vicenza der im letzten Viertel des XIX. Jahrhunderts in Bosa arbeitete; sehensweit ist ausserdem die Skulptur einer Madonna mit Kind aus der katalanischen Schule aus der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts. Wenige Meter von der Fassade der Kirche entfernt beginnt der Corso Vittorio Emanuele II, die eleganteste und interessanteste Strasse des Ortes, an der sich die Adelshäuser aus dem 18. und 19. Jahrhundert befinden und die über grossartige Dekorationen verfügen, vor allem über gothische, barocke und neoklassische Elemente. Der Corso wird auf der Höhe der Piazza Costituzione breiter, wo sich der Palazzo di Don Carlos befindet, sowie der Brunnen aus Marmor und Trachite, wo die Bosaner sich gerne treffen, um die Faszination und Ruhe ihrer antiken Stadt zu geniessen. |
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