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APULIEN - KUNST UND KULTUR

 

 

Die Kunst und Kultur Apuliens haben sich seit der Antike stetig weiterentwickelt. Auf die primitive, illirische Bevölkerung der "Magna Grecia" (Grossgriechenland) und die Romanen folgte eine Reihe von grausamen Herrschern: Longobarden, Sarazenen, Byzantiner, Normannen, Angionen, Aragonesen und Borbonen. Jedes dieser Völker hat seine unauslöschlichen Spuren auf dem Territorium hinterlassen, aus dem sich Apulien entwickelt hat. Der Lebensstil ist, mit wenigen Ausnahmen, jahrhundertelang derselbe geblieben, angereichert mit den Nuancen, die jedes angesiedelte Volk durch eigenen Sitten und Gebräche, Riten und Leidenschaften mit sich brachte. Das kulturelle Vermögen, das daraus entstanden ist, ist daher aussergewöhnlich reich und verschiedenartig und kommt wunderbar durch die Zeugnisse der Archäologie, der Kunst und der Traditionen zum Ausdruck. Zu den ältesten Zeugnissen menschlicher Besiedelung in diesem Territorium zählen der berühmte Dolmen von Bisceglie, die eindrucksvollen Grotten von Castellana und Zinzulusa, sowie die charakteristischen "Trullis", die sich hautsächlich in der Gegend von Alberobello befinden.

Die Ausgrabungen von Egnazia und Canne, zusammen mit den Werken, die in Museen aufbewahrt werden (das reichste darunter ist das Museum von Taranto), zeigen beeindruckende Schätze der hellenistischen und römischen Antike. Die eindrucksvollsten Monumente sind zweifelsohne die Kathedralen und ländlichen Kirchen, die grösstenteils aus romanischer und barocker Epoche stammen; letztere Stilrichtung wird durch die Monumente in Lecce besonders reich und beeindruckend zum Ausdruck gebracht. Das Geheimnis ihrer Originalität ist hauptsächlich die besondere Qualität des lecceser Steins, weich und bröckelig und daher besonders gut zu bearbeiten. Zu den wichtigsten Werken dieses Stils zählen: Palazzo dei Celestini (Santa Croce), Santa Chiara, der Dom und die Kirche der Heiligen Nicolò und Cataldo, die im Jahre 1180 durch König Tancredi erbaut wurde. Das antikste und erhabenste Beispiel eines romanischen Bauwerks ist die Basilika des Heiligen Nicola von Bari. Dieses wundervolle architektonische Meisterwerk, stolz und streng wie eine Festung, wurde zu Beginn des vorletzten Jahrtausends erbaut und ist dem Patron der Stadt geweiht; die sterbliche Hülle des Heiligen von türkischer Herkunft wurde im Jahre 1087 von Kreuzfahrern nach Bari gebracht.

Dank der karsischen Natur des Bodens, besitzt Apulien die grösste Zahl an ländlichen Kirchen und Krypten in ganz Italien. Militärische Festungen, Schlösser und mittelalterliche Weiler sind über die gesamte Region verteilt, zum Teil auf den Gipfeln von Hügeln gelegen, teilweise auf hohen Klippen. Ein spektakuläres Beispiel ist Castel del Monte, das sich auf einen Hügel von 600 Metern zwischen den Murge und dem Meer befindet. Es wird als schönstes Jagdschloss Europas bezeichnet und wurde von Friedrch II. dem Staufer erbaut, der einen grossen Teil seines Lebens in Apulien verbrachte. Mit seiner imponenten, achteckigen Form scheint das Schloss aus seiner Höhe ganz Apulien zu beherrschen. Der Architekt ist unbekannt, aber die Legende erzählt, dass Friedrich II. selbst das Bauwerk entworfen habe.