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APULIEN - FOLKLORE

 

 

Die apulische Folklore wird sowohl von den Bräuchen der angrenzenden Regionen charakterisiert, als auch von Liedern, Legenden, Novellen und Traditionen eigenen Ursprungs; selbstverständlich haben auch die zahlreichen Völker, welche dieses Land besiedelt haben, ihre besondere Nuance in der Folklore dieser Region hinterlassen. Die Hauptthemen der Fabeln, Novellen und Legenden sind Liebe und Abenteuer, Humor und eine grosse Fantasie. Einige erzählen von den Wundern der Madonna und der Heiligen, andere haben als Hauptdarsteller Zauberer oder Teufel, oder sie erzählen von Abenteuern, fantastischen Reisen und ritterlichen Heldentaten. Apulien stellte den Durchgang der Kreuzfahrer in Richtung Heiliges Land dar. In der Tat ist in vielen Veranstaltungen eine tiefe Religiösität das Leitmotiv der apulischen Seele. Viele Prozessionen und Dorffeste werden von Festbeleuchtung und Konzerten der ansässigen Musikkapellen begleitet: Apulien kann eine besonders antike Tradition im Bereich der Musikkapellen aufweisen; berühmt sind die Kapellen von Acquaviva delle Fonti und Francavilla Fontana.

Zahlreich sind auch Pilgerfahrten, Prozessionen auf dem Meer und Riten, die am Heidentum und an der Magie inspiriert sind, typisch für die bäuerliche Kultur.
Unter diesen religiösen Veranstaltungen ist u.a. die Zelebration der "Heiligen Woche" in Taranto erwähnenswert, deren Prozessionen sich in langsamem Rhythmus durch die Strassen und Gassen schlängeln. Sehr bekannt ist ausserdem das "Fest von San Nicola" vom 7. bis 10. Mai in Bari, bei dem Umzüge mit Fackeln und Fahnenträgern, sowie Prozessionen auf dem Meer stattfinden, um an die Taten der Seefahrer zu erinnern, die im Jahre 1087 die Gebeine des Heiligen in Mira entwendeten, als der Ort von belagert wurde und sie die Reliquie in ihrer Stadt in Sicherheit brachten, wo sie bis heute in der Basilika aufbewahrt wird. Faszinierend ist das Fest des "geschmückten Pferdes" ("cavallo parato") in Brindisi: anlässlich der Festlichkeiten zu Ehren des Heiligen Theodor, Patron der Stadt, begibt sich der Bischof zu Pferd ans Meeresufer, gefolgt von einem Geleit von Reitern; nach der Weihe des Wassers kehrt der Zug ins Zentrum der Stadt zurück, wo feierliche Riten mit Festbeleuchtung und Feuerwerk zelebriert werden. Religiösen Hintergrund hat auch die "Prozession der Büsser" am Gründonnerstag in Noicattaro (Provinz Bari): eine Gruppe von ins Gebet versunkenen Büssern zieht barfuss, mit Tuniken und Kapuzen bedeckt und einer Dornenkrone auf dem Haupt, durch die Strassen der Stadt, wobei sie auf der Schulter ein Kreuz von 60 kg tragen. Das Kreuz kann nur alle vier Stunden für eine halbe Stunde abgestellt werden.

In Putignano (Provinz Bari) wird der längste Karneval Italiens gefeiert: es handelt sich um eine Veranstaltung von antiker Herkunft, die aus volkstümlichen Umzügen besteht, Tänzen von maskierten Mädchen, Faschingskarren und der berühmten "Charakter-Masken", die an berühmten Persönlichkeiten inspiriert sind und von Papmaché-Künstlern hergestellt werden. Zu den reichsten und mitreissendsten Veranstaltungen gehört die "Fiera del Levante" ("Messe des Ostens"), die im September in Bari stattfindet.